Tränenbrot #2, Münchhausen/Bleierne Zeit und Rotkreuz, 2010

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Die quietschigen Farben und die comicähnlichen Körperproportionen von ROTKREUZ suggerieren zunächst eine froschige Harmlosigkeit, die sich auf den zweiten Blick aber als heikel erweist. Die Beine sind zum Betrachter geöffnet, doch der Rest des imaginierten Körpers verschwindet gleichsam in der Wand. Ein rotes Kreuz an der Wand zwischen den Beinen markiert das leere Zentrum, das den Blick auf sich zieht. Die Seherwartung wird enttäuscht und dadurch selbst zum Thema der Arbeit. Das Wesentliche findet außerhalb des Blickfelds und im Betrachter statt. Auch MÜNCHHAUSEN / BLEIERNE ZEIT zeigt nur einen Ausschnitt. Der aus der Decke ragende Arm wird von einer Kugel beschwert, die mit Haarzöpfen um das Handgelenk gebunden ist, die angespannten Muskeln deuten einen Kampf an. Wird es der Figur gelingen, sich wie Münchhausen am eigenen Schopf emporzuziehen, gar auf der Kugel davonzufliegen? Oder wird die Last der bleiernen Zeit sie hinabziehen?